Farbedelsteine

Ein einzigartiger Glücksfall: die Entstehung der Farbedelsteine.

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Sind Sie neugierig? Dann werden Sie Edelsteine lieben, denn jeder einzelne birgt ein Geheimnis. Damit die Natur etwas so Traumhaftes hervorbringen kann, müssen im tiefsten Inneren der Erde mehrere Zufälle aufeinandertreffen: Durch das Zusammenwalten natürlicher Kräfte verwandeln sich ursprüngliche Elemente unter hohen Temperaturen und großem Druck zu edlen Kristallen. Unter schwierigsten Bedingungen an die Erdoberfläche gefördert, ist es dann noch ein langer Weg bis zum geschliffenen Stein – ein Blickfang vom ersten Moment an. Schätzt man den Diamanten vor allem wegen seines Achromatismus, so bestechen die Farbedelsteine mit ihrem grenzenlosen Farbenreichtum. Mal unendlich zart, mal volltonig kräftig, beflügeln sie die Phantasie des Betrachters.

Das Wissen um edle Steine hat viele Facetten. Wir stellen Ihnen die wichtigsten vor.

Für Unerfahrene ist es nicht einfach, Farbedelsteine richtig einzuschätzen. Selbst Experten benötigen jahrelange Erfahrung und ein geschultes Auge, denn es gibt keine Standards bei der Beurteilung der Steine wie beim Diamanten. Die wichtigsten Qualitätskriterien, wie zum Beispiel die Farbe und die Transparenz, stellen wir Ihnen auf den nächsten Seiten vor. Auch die Kombination aus Herkunft und Seltenheit steigert den Wert eines Steins. Ein perfektes Beispiel hierfür ist der türkis leuchtende Paraiba aus der Gruppe der Turmaline.
Juwelier Wempe Schmuck Expertenwissen Farbedelsteine
Den zarten Morganit im Ring Cathedrale (l), den Sie hier sehen, umgibt eine Fassung mit Glanzkante. Diese unterstreicht den Effekt der farbigen Lichter des facettier­ten Steins. Beim Ring Planet hingegen wirkt die runde Ringschiene zurückgenommen und lässt der bauchigen Schönheit des Amethysts im Cabochon-­Schliff den Vortritt
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Ringe Sundance in Gold mit verschiedenen Farbedelsteinen

Die Farbe.

Die Farbe gehört zu den wichtigsten, aber auch subjektivsten Kriterien feiner Steine. Sie entsteht durch die chemische Zusammensetzung des Steins. Vor allem Metalle und deren Verbindungen wirken farbgebend: Eisen erzeugt beispielsweise beim Saphir die Farbe Blau und Chrom beim Rubin die Farbe Rot. Schon feinste Farbnuancen können die Wertigkeit entscheidend beeinflussen. Bei fast jedem Stein gibt es zudem eine seltene, besonders begehrte Variante. Wie zum Beispiel den roten Rhodolith als eine Form des Granats oder den rosa­roten Rubellit aus der Gruppe der Turmaline. So vielfältig die Farbedelsteine sind, so unterschiedlich sind auch die Stimmungen, die sie auslösen. Orange steht für Optimismus, Gelb für Heiterkeit, Grün für Großzügigkeit, Rot für die Liebe und Blau für die Treue.

Die Transparenz.

Beim genauen Hinschauen entdeckt man bei fast allen farbigen Edelsteinen kleine Einlagerungen aus Mineralien oder Fremdkristallen. Auch als „Fingerabdruck der Natur“ bezeichnet, sind solche Wachstumsmerkmale ein untrügliches Zeichen für die Echtheit und Natürlichkeit eines jeden Farbedelsteins. Generell gilt: Je transparenter ein Edelstein ist, desto wertvoller ist er. Denn aus der Transparenz ergeben sich seine Lebhaftigkeit und seine leuchtende Kraft.
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Die Seltenheit und die Herkunft.

Wer sich rarmacht, wird begehrt – wie zum Beispiel der rote Rubin, einer der kostbarsten Edelsteine überhaupt. Neben der Seltenheit bestimmt auch das Herkunftsland den Wert, denn je nach Fundort und Erdbeschaffenheit variiert die Farbe. So ist zum Beispiel der beliebteste aller Smaragde mit seinem intensiven, blaustichigen Grün meist nur in Kolumbien zu finden. Der seltene honigfarbene Imperial­-Topas dagegen stammt überwiegend aus der Gegend Minas Gerais im Südosten Brasiliens, bekannt für erlesene Topase.

Gewicht und Schliff.

Seit der Antike dient Carat als Maßeinheit für das Gewicht edler Steine. Ein Carat entspricht 0,2 Gramm. Dies ist das genaue Gewicht eines einzelnen Samens des Johannisbrotbaums, dem sogenannten Qirat. Da er immer gleich groß und gleich schwer ist, diente er als verlässliche Gewichtseinheit. Je nach Gewicht, Beschaffenheit und Farbe des Rohsteins entscheidet sich der Schleifer für eine bestimmte Schliffform. Anders als beim Diamanten geschieht dies nicht auf Grundlage mathematischer Berechnungen, sondern allein aufgrund von Erfahrungswerten und Fingerspitzengefühl. Grundsätzlich empfiehlt sich bei geringer Transparenz ein glatter Cabochonschliff, wie zum Beispiel bei dem abgebildeten roten Turmalin. Bei hoher Transparenz entscheidet sich der Schleifer für eine Vielzahl an Facetten, um eine mannigfaltige Lichtbrechung und ein Feuerwerk der Farben zu erzielen.
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Die Härte.

Bis heute gilt die Mohs’sche Härteskala, die vor über 150 Jahren vom Wiener Mineralogen Friedrich Mohs entwickelt wurde. Auf einer Skala ordnete er die Edelsteine gemäß ihrer Härte von 1 bis 10 an. Der Diamant steht mit einer Härte 10 an der Spitze. Grundsätzlich gilt: Der jeweils härtere Stein kann den weicheren ritzen, gleich harte Steine ritzen einander nicht. Die Korunde, wie der Saphir oder der Rubin, repräsentieren die Härte 9. Die Härte 6, der unter anderem der Mondstein zugeordnet ist, belegt die untere Grenze der Edelsteinhärteskala. Weichere Steine widersetzen sich der abschleifenden Wirkung winziger Quarzstäubchen (Härte 7) nicht, sodass sie mit der Zeit an der Luft an Glanz verlieren und somit eine regelmäßige Politur benötigen.

Auch die Natur arbeitet mit Special Effects: der Turmalin.

Ein wahres Farbenfeuerwerk der Natur ist der Turmalin. Schließlich bedeutet turmali „Stein mit gemischten Farben“. Auch fernab vom Tageslicht entfaltet er eine besondere Wirkung, denn der Turmalin soll vor bösen Träumen schützen. Nur ein schöner Traum bleibt meist der begehrte türkisfarbene Paraiba-Turmalin. Nach seinem Fundort im Südosten Brasiliens benannt, findet man ihn auch in Mosambik. Mehr Sammlerglück verspricht der Verdelith, die weiter verbreitete grüne Turmalinvariante.

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Schärfen Sie Ihren Blick: für den Aquamarin und den Heliodor.

Aquamarin bedeutet „Wasser des Meeres“ – und wer diesen Stein aus der Gruppe der Berylle anschaut, weiß, warum er diesen Namen trägt. Neben einem faszinierenden Anblick verspricht das Blau des Aquamarins auch Treue, Ehrlichkeit und Eheglück. Sicher ist: Wer durch einen Beryll schaut, dem bleibt nichts verborgen, denn das Wort „Brille“ ist davon abgeleitet. Schon Kaiser Nero verfolgte einst Gladiatorenkämpfe durch einen Beryll, um seine Sehkraft zu stärken. Die meisten Berylle stammen aus Brasilien – wie auch der Heliodor, die gelbgrüne Variante. Dessen Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Geschenk der Sonne“.

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Dieses Duell der Schönheit endet unentschieden: der Smaragd und der Saphir.

Intensiv und erhaben ist das Grün des Smaragds, des wertvollsten aller Berylle. Seine kleinen Einschlüsse bezeichnet man als „jardin“, was übersetzt „Garten“ bedeutet. Menschen, die sich schwach fühlen, gibt er etwas von seiner kräftigen Ausstrahlung ab, heißt es. Er steht für Kraft, Mut und Glück. Eine ähnlich starke Anziehungskraft hat der Saphir aus der Gruppe der Korunde. Die hellblaue Variante stammt aus Sri Lanka, daher auch der Name Ceylon­-Saphir. Die dunkel­blaue Variante findet man in Burma. Ein seidiges Kornblumenblau haben die wertvollsten, aus Kaschmir stammenden Saphire.

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Der Lieblingsstein des Barocks ist im 21. Jahrhundert angekommen: der Peridot.

Man sagt, die Farbe Grün wirkt beruhigend – aber das gilt nicht für Edelsteinliebhaber, deren Herz beim Anblick eines Peridots höherschlägt. Im Barock galt der Peridot als Modestein, und er hat bis heute nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Wegen seiner Farbe wird der meist aus Burma stammende Stein auch Olivin genannt. Schmuckdesigner wissen: Der Peridot ist sehr spannungsempfindlich und fordert die Schleifer und die Meisterfasser des Ateliers immer wieder aufs Neue heraus.

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Wir versprechen Ihnen das Blaue vom Himmel: den Topas.

Werfen Sie an einem schönen Sommertag einen Blick zum Himmel und es scheint, als schauten Sie in einen Blautopas. Er erstrahlt in frischem Azurblau, pastelligem Swiss Blue oder auch in sattem London Blue. Der farbveredelte Naturtopas verbindet höchste Brillanz mit mädchenhafter Anmut – das perfekte Accessoire zur Bluejeans.

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Hier haben Frühlingsgefühle das ganze Jahr Saison: der Amethyst, der Morganit und der Kunzit.

Charmante Beerentöne – eingefangen in einem Stein: Der intensiv leuchtende Amethyst ist der begehrteste Stein aus der Quarzgruppe. Im Altertum wurde er als Amulett getragen, um vor Trunkenheit zu schützen – und vielleicht ist er daher der Stein des Karnevalsmonats Februar. Zur Gruppe der Berylle gehört der zartrosa­-pfirsichfarbene Morganit. Nicht weniger faszinierend ist der fliederfarbene Kunzit aus der Gruppe der Spodumene. Wie auch der Amethyst und der Morganit besticht er neben seiner Farbigkeit vor allem durch seine hohe Transparenz.

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Wenn Sie lächeln, strahlen sie zurück: die rot-rosafarbenen Turmaline.

Wo ein Farbedelstein schöner als der andere ist, entscheiden oft feinste Farbnuancen darüber, ob er zum Lieblingsstein auserkoren wird. Der Rubellit gilt als die schönste Rot­variante der Turmaline. Ob im Tageslicht oder im Kunstlicht betrachtet – sein Farbton verändert sich nicht und bleibt stets konstant. Die Niederländer schätzten den Turmalin aus einem ganz anderen Grund: Sie hatten herausgefunden, dass er sich durch Reiben elektrisch auflädt und dann feine Partikel anzieht. So benutzten sie ihn zum Pfeifenreinigen und gaben ihm den wenig schmeichelhaften Namen „Aschentrekker“.

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Es war einmal ... ein Karfunkelstein: der Rubin.

Als „Karfunkelstein“ bezeichnete die Märchenwelt einst alle roten Steine, so auch den Rubin. Erst später wurde er der Gruppe der Korunde zugeordnet. Zusammen mit dem Diamanten und dem Smaragd gehört er zu den wertvollsten Edelsteinen überhaupt, denn nur ein Prozent der gesamten Exploration ist für Schmuck geeignet. Ein Rubin über drei Karat ist sehr selten – dafür gibt er sich umso verschwenderischer in seiner Farbe: Im alten Indien beschrieb man ihn gar in 18 Rotnuancen. Je nach Rotton lässt sich auch auf das Herkunftsland schließen: Taubenblutrote Rubine stammen häufig aus Burma, Rubine von einem rötlichen Purpur finden sich meist in Thailand.

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Wer sie sammelt, sammelt Komplimente: der Imperial-Topas und der Granat.

Ein lebhaft loderndes Feuer – so könnte man den Glanz des Imperial-­Topas beschreiben. Der Sammlerstein aus dem Südosten Brasiliens ist die wertvollste und seltenste Farbvariante des Topases. Angeblich stärkt der „Stein der Herrscher“ die Selbstsicherheit. Der rote Granat hingegen erhielt seinen Namen nach dem lateinischen Wort granum, das Korn, weil er stets in rundlichen Kristallen vorkommt. Eine besonders leuchtende und rare Variante ist der feurig­-orangefarbene Mandarin­-Granat.

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Stimmt die Chemie, darf man sich auf schöne Momente freuen: die Quarze.

Die Quarze sind eine Gruppe von Mineralien mit gleicher chemischer Zusammensetzung und ähnlichen physikalischen Eigenschaften. Mit der Härte 7 ist ihnen dauerhafte Schönheit sicher. Der Citrin besticht durch sein warmes Goldgelb und verströmt Heiterkeit und Freude. Der Rauchquarz funkelt in geheimnisvollem Braun und den Lemonquarz erkennt man an seinem kräftigen Gelb mit einem Hauch Grün. Durch Brennen von gelblichem Quarz kann ein zartgrüner Prasiolith entstehen, den es in der Natur nur sehr selten gibt.

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Wenn der Mond auch bei Tage scheint: die Mondsteine.

Es ist der milchig­zarte Lichtschimmer, der dem Mondstein seine besondere Aura verleiht. Man kennt ihn normalerweise in einem bläulichen Weiß, aber auch die Trendfarben Mocca und Honig bringt die Natur hervor. Der Stein aus der Gruppe der Feldspate stammt aus Sri Lanka, Burma oder Indien. Aufgrund seiner geringen Transparenz glänzt er am besten im Cabochonschliff.

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