Atelierbesuch BY KIM: Kreativität trifft Perfektion

Im Wempe Atelier in Schwäbisch Gmünd trifft Kreativität auf handwerkliche Meisterschaft. Mit der Expertise und Erfahrung einer internationalen Goldschmiede entstehen hier die Schmuckstücke von Wempe und der Marke BY KIM. Jedes einzelne veredelt durch ein besonderes Talent, seiner Trägerin noch mehr Persönlichkeit und Ausstrahlung zu schenken.

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Kreation und Fingerspitzengefühl: Catherine Plouchard bespricht mit Muster-Goldschmied Dietmar Steinbrecher die ästhetischen und handwerklichen Details.

Mit großer Geduld bearbeitet die junge Polisseuse eine kleine weißgoldene Kugel, die einen funkelnden Brillanten umschließt. Auch im letzten Manufakturschritt verlangt das Schmuckstück alle Aufmerksamkeit, der feine Glanz erfordert ganze Hingabe und Können. Durch einige Arbeitsgänge mit Schleifscheiben aus Filz, Stoff und Leder wird sich die Kunsthandwerkerin noch arbeiten, vorsichtig mit Poliermitteln in Pasten- und Pulverform fräsen und reiben, bis das Kleinod seinen letzten Schliff besitzt. Seine volle Schönheit. Später wird es ein Weißgold-Element von vielen an einem kostbaren Collier sein, das wie alle anderen Schmuckstücke der Marke BY KIM hier in den lichtdurchfluteten Räumen des Wempe Ateliers entsteht.

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass Kim-Eva Wempe von der Münchner Schmuckmesse mit leeren Händen ins Hotel heimkehrte, im Restaurant auf Alfred Baumhauer stieß, den Geschäftsführer und Teilhaber der Traditionswerkstatt L. C. Köhler, und ihm beherzt ihr Leid klagte. Sie hatte auf der Messe nichts gefunden, was ihre Kundinnen – moderne Frauen mit internationalem Stil – hätte begeistern können. Das Gespräch, das nun folgte, ging als Geburtsstunde der Marke BY KIM in die Geschichte ein.

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Anprobe: das Collier Blu, getragen von Kim-Eva Wempe

Viel ist seither geschehen, doch eines hat sich nicht verändert: Alfred Baumhauers Sinn für klare Worte. „Wir haben geheiratet“, sagt er zur Begrüßung im Schwäbisch Gmünder Schmuckatelier und gibt damit zu verstehen, dass Wempes Erwerb des 50-Prozent-Anteils am Unternehmen von L. C. Köhler im Juli 2007 viel mehr bedeutete als eine finanzielle Investition: Die intensive Zusammenarbeit hat eine Kreativfamilie entstehen lassen. Und weil Chemie und Können von Anfang an stimmten, konnte der zeitgemäße Markenschmuck BY KIM in dieser Meisterschmiede seinen unverwechselbaren Charakter annehmen.

Die lange Tradition des erstklassigen Schmuckhandwerks reicht in Schwäbisch Gmünd zurück bis ins 17. Jahrhundert. Spätestens seit dem Gewinn einer Silbermedaille auf der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 gilt L. C. Köhler auch international als eine der besten Manufakturen. Und genau dieses Team brauchte es, damit BY KIM nicht die kühne Vision einer Unternehmerin blieb, sondern Gestalt gewann und vor allem eine innovative Formensprache entwickeln konnte. Eine mit weiblicher Ausdruckskraft, schön, individuell und dabei nie laut. So wie beim Ring Helioro mit neun magisch verwobenen Goldsträngen oder bei der Schmucklinie Sensual mit breiten, in weiblich fließender Form gefassten Ringen und Armspangen.

Dass man sich für diese modernen Schmuckformen aus manch altem Trott herausreißen musste, gibt der Goldschmiedemeister Dietmar Steinbrecher freimütig zu:

Es hat schon eine Weile gedauert, bis wir die Handschrift gefunden hatten. Mit Kreativdirektorin Catherine Plouchard habe ich oft diskutiert, manchmal sogar gekämpft. Man muss schon viel Ehrgeiz entwickeln, um diese zuvor nie gedachten und gefertigten Schmuckformen entwickeln zu können.

Unsere Hintergrundmusik beim Gespräch im Atelier ist das ständige Schmirgeln, Schleifen, Fräsen und Schmieden. Auf den hölzernen Werkbänken mit ihren tiefen Kerben wird der Schmuck geschaffen, für den das Atelier mit dem jungen BY KIM-Team unter anderem einen Preis im internationalen De-Beers-Wettbewerb für ihr Collier Chronos und Cosmos gewinnen konnte.

„Die kleinen Diamanten der Chronos-Kette stehen für den Verlauf der Zeit“, erläutert Anja Heiden, Mitglied der Geschäftsleitung und bei Wempe verantwortlich für den Bereich Schmuck. „Der Cosmos-Anhänger symbolisiert hingegen den Urknall. Schauen Sie nur, die strahlend weißen Brillanten sind so dicht eingearbeitet, dass man überhaupt kein Weißgold mehr sieht!“ Was so selbstverständlich und frisch wirkt, hat vom Entwurf bis zum vollendeten Collier über ein Jahr gedauert. Schönheit, Volumen und Internationalität sind hier vereint.

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Das Collier aus der Linie Blu kombiniert einen tief blauen Tansanit mit Brillanten.
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Harmonie der Ideen: Kim-Eva Wempe und Kreativdirektorin Catherine Plouchard diskutieren und entwickeln Schmuckstücke gemeinsam.

Auch bei kleineren Schmuckstücken ist die Individualität der besonderen Formensprache immer zu finden. Zum Beispiel als signifikantes Wortbild einer feinen Gravierung wie „Tempus fugit amor manet“ („Die Zeit vergeht, die Liebe bleibt“), die ein Schmuckstück zum kleinen persönlichen Denkmal veredeln kann, zu einem Schutzschild, das man stets bei sich trägt.

Ich bin besonders stolz auf unsere Linie Blu BY KIM, so etwas wird nicht allein geboren.
Catherine Plouchard

 

Kim-Eva Wempe war seit langem schon auf der Suche nach einem Nachfolger für das klassische Panzercollier. Eine Riviere mit Mittelteil brachte sie auf einen Gedanken. Sie legte das Diamant-Armband auf den Kopierer und faxte es ihrer Kreativdirektorin. Catherine Plouchard zeichnete, und bald kristallisierte sich die Richtung heraus: eine Kette aus freien, runden Elementen mit eingestreuten, einzeln gefassten Diamanten.

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Links: Mikroskopische Präzision: In die Gummimatrize der Fassungen wird Wachs eingespritzt. Erkaltet dient es zum Erstellen der Gussbäume. Rechts: Rispen und Zweige: Die fertig gegossenen Elemente Blu hängen noch an den Gusskanälen, die vom Goldschmied später abgesägt werden. An einem Gussbaum »wachsen« bis zu 300 einzelne Fassungen.

"An diesem Punkt kommt dann Herr Bichler ins Spiel“, erklärt Kim-Eva Wempe lächelnd. Der junge Designer und Goldschmiedemeister Anton Bichler hat die CAD-Technik, das computerunterstützte Design, im Meisteratelier mit eingeführt. Dank digitaler Technik lassen sich heute komplizierte Formen auch am Bildschirm modellieren. Was dort wie ein abstraktes Liniennetz aussieht, erkennt der Kunsthandwerker als Modell, das er nach Belieben dehnt, dellt und dreht. Mit Catherine Plouchard hatte er bereits die Idee eines Ringes aus aufgereihten Perlen diskutiert. Das Problem war, dass eine perfekt symmetrische Kugel kalt, seelenlos und technisch wirkt. „Aneinandergereiht sieht es leicht wie eine Raupe aus“, so die Designerin. Mit kreativer Poesie auf der einen und moderner Technik auf der anderen Seite wurde eine organische Perlenform entwickelt, die sich satt und sinnlich aneinanderreiht. Eine neue Dimension der Anschmiegsamkeit und Beweglichkeit war gefunden. So wie es sich Catherine Plouchard gewünscht hatte: „Die Kette darf nicht industriell flach sein, sonst klebt sie am Körper. Sie muss liegen, aber auch streicheln. Ich bin sehr aufs Streicheln bedacht“, verrät sie und spielt mit den Blu-Elementen auf dem Ateliertisch, lässt die Kette in die eine oder andere Richtung wandern. „Der Schmuck sollte mit der Aura der Trägerin verschmelzen. Deshalb ist es so wichtig, auf den Körper zu hören.“ Auf den Körper der Frau und den der Steine und des Geschmeides.

Wir sind über eine neue Technik zu einer außergewöhnlichen Kette gekommen

freut sich auch Kim-Eva Wempe. „Doch ein Computer ist nur ein Werkzeug“, wie Anton Bichler betont, „kein Zaubermittel. Er ist so gut wie der Mensch, der davorsitzt.“ Es geht um gesunden Menschenverstand, um Erfahrung, Können, das Gefühl für Nachhaltigkeit und einen sensiblen Pragmatismus. Das erfährt man auch bei Magdalene Schmucker, zuständig für die Wachsmodelle. Früher wurden sie in Kautschuk gegossen, heute ist die Matrize aus Hightech-Material. „Man lernt bei jedem Modell“, sagt die Goldschmiedin und führt die altmodische Einspritzmaschine vor, die sie für ganz schwierige Aufgaben dem modernen Nachfolgemodell vorzieht. Zunächst hatte sie die für das Blu-Collier nötigen Zargenfassungen als Bäumchen mit vier Zweigen angelegt, doch einer der Stege war immer gebrochen. Nun sind nur noch zwei verzweigte Hohlräume in der Matrize. Zischend wird die Luft daraus abgesogen, mit hohem Druck schießt das Industriewachs dann in das entstandene Vakuum ein. Das anschließende Aufschneiden des Gummis ist eine Kunst für sich: Magdalene Schmucker befreit das fertige Modell, und jeder Millimeter stimmt.

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Feinste Qualität: Für Wempe-Schmuckstücke werden nur 18-Karat-Goldlegierungen verwendet.
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Verwandlung: das Collier Blu BY KIM in 18-Karat-Gold.

Wenn man im Wempe Atelier von einer Handschrift spricht, so ist das buchstäblich zu nehmen: Die Zeichen der wertvollen Manufakturarbeit sind überall gegenwärtig. „Der Cosmos-Anhänger ist weltweit so beliebt“, weiß Anja Heiden, „weil er den Charakter eines Handschmeichlers, eines Talismans besitzt.“ Volumen, Transparenz und Schönheit stehen im attraktiven Austausch miteinander und sorgen für die sinnliche Perfektion der Schmuckstücke. Das haptische Erlebnis ist so wertvoll wie das Material.

Wenn Schmuck entstehen soll, der Schenken so leicht macht wie dieser, müssen alle Zwischenglieder mühelos funktionieren, eng geknüpft und nachhaltig sein. Deshalb haben Kim-Eva Wempe und Alfred Baumhauer für die Mitarbeiter von Wempe eine Juwelenakademie eingerichtet. Seitdem sich alle selbst in Schwäbisch Gmünd umsehen können, herrscht intensiver Mail- und Telefonverkehr zwischen dem Atelier und den weltweit 29 Geschäften. Deshalb ist von Hamburg bis Peking neben der künstlerischen Meisterschaft auch immer etwas von der Handwerksruhe zu spüren, die den Besucher in der Traditionsschmiede in Schwäbisch Gmünd umgibt.

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